Vertiefen Sie sich in die Geschichte des Frøslev-Lagers

Das Frøslev-Lager bietet ein komplett einzigartiges Erlebnis: Das Lager hat eine fantastische Geschichte zu bieten, die von der deutschen Besatzung während des 2. Weltkriegs bis in die Gegenwart reicht. Sie können die Geschichte erleben, wenn Sie das Lager und alle Museen sowie Ausstellungen besuchen, die heute in den Baracken untergebracht sind. Und vor Ihrem Besuch können Sie sich hier näher über den Hintergrund des Lagers informieren.

Das Frøslev-Lager während des 2. Weltkriegs

Die Geschichte des Frøslev-Lagers beginnt 1944, als das Lager eingerichtet wurde, um die Gefangenen der deutschen Sicherheitspolizei im besetzten Dänemark unterzubringen. Das Lager wurde auf eine dänische Initiative hin gebaut, um die Deportation von weiteren dänischen Staatsbürgern in die beunruhigenden deutschen Konzentrationslager zu vermeiden. Von dänischer Seite wurde ebenfalls der Wunsch geäußert, die Gefangenen, die bereits deportiert worden waren, nach Dänemark ins Frøslev-Lager zurückkehren zu lassen. Insgesamt waren von August 1944 bis Mai 1945 etwa 12.000 Dänen im Frøslev-Lager inhaftiert.

Obwohl Dänemark von deutschen Soldaten besetzt war, herrschte zwischen Dänemark und Deutschland formell kein Krieg.

Dänemark wurde als ein unabhängiges, selbstständiges Land angesehen. Deshalb gelang es den dänischen Behörden, das Frøslev-Lager zu etablieren. Der dänische Staat zahlte für Aufbau und Betrieb, das Lager wurde jedoch vom Chef der deutschen Sicherheitspolizei in Dänemark geleitet.  

Die Geschichte des Frøslev-Lagers begann am 13. August 1944. An diesem Tag kamen in Frøslev die ersten 750 Gefangenen aus dem Horserød-Lager auf Seeland an. Gemeinsam mit den Gefangenen kam die deutsche Kommandantur an, die aus Angehörigen der SS und der deutschen Polizei bestand.

Eine ungewöhnliche Regelung

Es kam nicht nur die deutsche Kommandantur im Lager an. Den dänischen Behörden war es nämlich gelungen, die Deutschen dazu zu überreden, die Zuständigkeit für die Verpflegung an die dänische Haftbehörde abzugeben. Die Haftbehörde, auch Dänische Verwaltung des Frøslev-Lagers genannt, kam deshalb kurz nach den Häftlingen an. Die Vereinbarung war ein Symbol für Dänemarks Sonderstatus im von Deutschland besetzten Dänemark. Die Haftbehörde hatte jedoch im Lager keine weiteren Befugnisse und war direkt außerhalb des Lagers platziert worden.

Der Alltag im Frøslev-Lager

Im Lager wurde den Gefangenen, wie in anderen deutschen Lagern auch, ein gewisses Maß an Selbstverwaltung zugesprochen. Der deutsche Lagerkommandant ernannte unter den Gefangenen den sogenannten „Lagerältesten“ zum Leiter. Und in allen Häftlingsbaracken wurde ebenfalls ein Barackenvorsteher ernannt, zudem wurden Arbeitsleiter ernannt. Die leitenden Häftlinge sollten ihre Mitgefangenen beobachten und bei den Gefangenen für die Einhaltung aller Regeln sorgen.

Das Frøslev-Lager war anders als die deutschen Konzentrationslager. In den deutschen Konzentrationslagern entwickelte sich die Selbstverwaltung zu einer barschen Hierarchie; im Frøslev-Lager dagegen wurde sie zu einem Schutzschild zwischen den Gefangenen und der deutschen Lagerleitung. Dies lag unter anderem daran, dass im Frøslev-Lager nicht dieselbe Lebensmittelknappheit wie in anderen Lagern herrschte. Deshalb mussten die Häftlinge im Frøslev-Lager nicht gegen die anderen Häftlinge kämpfen, um zu überleben.

Ehemalige Gefangene des Frøslev-Lagers haben das Lager als „merkwürdigstes Konzentrationslager der Welt“ bezeichnet. Das lag eventuell daran, dass sich die deutsche Lagerleitung im Großen und Ganzen den Gefangenen gegenüber gemäßigt verhielt. So kamen auch epidemisch auftretende Krankheiten, Hunger und Erniedrigungen so gut wie nicht vor.

Die Deportationen

Aber das Frøslev-Lager erfüllte seinen Zweck nicht ganz. Trotz aller Vereinbarungen mit der deutschen Seite wurden ca. 1.600 Frøslev-Gefangene in deutsche Konzentrationslager deportiert. Etwa 230 der deportierten Gefangenen starben.

Die freie Trägerschaft des Frøslev-Lagers 

1983 beschlossen das damalige Amt Südjütland (Sønderjyllands Amt) und die Gemeinde Bov die Gründung der freien Trägerschaft des Frøslev-Lagers (freier Träger Frøslev-Lager). Sie wurde am 1. Januar 1984 gegründet und ist der Grund dafür, dass Sie heute eines der am besten erhaltenen Lager aus dem 2. Weltkrieg besuchen können.

Besuchen Sie das Frøslev-Lager, um einen realistischen Einblick in das Lager zu werfen, in dem etwa 12.000 Dänen inhaftiert gewesen sind.